Wie erkenne ich Kondenswasser im Keller?
Kondenswasser zeigt sich vor allem im Sommer, oft gleichmäßig verteilt an Wänden, Decken, Rohren und Böden. Das Hygrometer zeigt dann nahezu 100 % relative Luftfeuchte. Nach kühlen, trockenen Tagen gehen die Spuren zurück.
Warme Sommerluft enthält viel Wasserdampf. Strömt sie in einen ungedämmten Keller, kühlt sie an den kalten Wänden ab und unterschreitet den Taupunkt. Das Wasser schlägt sich nieder, obwohl die Wand selbst dicht ist. Wer im Sommer tagsüber lüftet, macht den Keller also nasser statt trockener.
- Feuchte tritt vor allem von Juni bis September auf.
- Auch Wasserleitungen und Metallteile sind beschlagen.
- Stockflecken entstehen eher in Ecken und hinter Möbeln.
- Es gibt keinen scharfen Feuchterand und kaum Salzausblühungen.
Einfacher Test
Kleben Sie ein Stück Alufolie luftdicht auf die feuchte Wand und prüfen Sie nach zwei Tagen. Ist die Folie außen feucht, spricht das für Kondenswasser. Ist sie auf der Wandseite feucht, kommt die Feuchte eher aus dem Mauerwerk. Der Test ersetzt keine Messung, gibt aber einen ersten Hinweis.

Woran erkenne ich aufsteigende Feuchte?
Aufsteigende Feuchte zeigt sich als waagerechter Feuchterand im unteren Wandbereich, oft mit weißen, kristallinen Salzausblühungen und abplatzendem Putz. Sie bleibt über das Jahr relativ gleich und hängt kaum vom Wetter ab.
Mauerwerk wirkt wie ein Docht. Fehlt eine Sperrschicht zwischen Fundament und Wand oder ist sie zersetzt, zieht das Wasser aus dem Boden nach oben. Mit dem Wasser wandern gelöste Salze, die an der Oberfläche auskristallisieren und den Putz zerstören. Bei vielen Häusern aus der Gründerzeit, wie sie in Chemnitz, Görlitz oder Plauen häufig sind, fehlt eine wirksame Sperre. Abhilfe schafft eine nachträgliche Horizontalsperre.
Woran erkenne ich seitlich eindringendes Wasser?
Seitlich eindringende Feuchte zeigt sich als Flecken auf der erdberührten Außenwand, die nach Regen oder Schneeschmelze deutlich zunehmen. Häufig tritt Wasser an der Fuge zwischen Wand und Boden, an Rissen oder an Rohrdurchführungen ein.
Ursache ist eine fehlende, gealterte oder beschädigte Abdichtung auf der Außenseite. Verstärkt wird das Problem durch Hanglagen, bindige Lehmböden, in denen sich Wasser staut, oder Fallrohre, die direkt neben der Hauswand versickern. Dauerhaft hilft eine Abdichtung von außen oder, wenn das nicht möglich ist, eine Abdichtung von innen.
Bei hohem Grundwasserstand oder in Überschwemmungsgebieten kann das Wasser auch mit Druck anstehen. Nach DIN 18533 ist das eine höhere Wassereinwirkungsklasse mit strengeren Anforderungen an die Abdichtung.
Welche weiteren Ursachen gibt es?
- Defekte Leitungen: Ein undichtes Wasser- oder Abwasserrohr erzeugt örtlich begrenzte, oft zunehmende Nässe. Ein Blick auf den Wasserzähler bei geschlossenen Hähnen gibt einen Hinweis.
- Rückstau aus dem Kanal: Bei Starkregen kann Abwasser über Bodenabläufe in den Keller drücken. Eine Rückstausicherung beugt vor.
- Dachentwässerung: Verstopfte Rinnen oder Fallrohre, die neben dem Haus ins Erdreich laufen, durchnässen den Boden an der Kellerwand.
- Hochwasser und Grundwasseranstieg: Entlang von Flüssen kann bei Hochwasser auch das Grundwasser steigen und von unten in Keller drücken.
- Neubaufeuchte: In neuen oder frisch sanierten Kellern trocknet Baufeuchte oft erst im Lauf von ein bis zwei Jahren aus.
Warum ist ein feuchter Keller ein Problem?
Dauerhafte Feuchte zerstört Putz und Mauerwerk durch Salze und Frost, fördert Schimmel und macht den Keller als Lager- oder Wohnraum unbrauchbar. Schimmel kann die Gesundheit belasten und sich über Lüftungswege im Haus ausbreiten.
Das Umweltbundesamt nennt Feuchte als Hauptursache für Schimmel. Kleinen, oberflächlichen Befall unter etwa einem halben Quadratmeter können Sie selbst entfernen, größeren sollte ein Fachbetrieb sanieren. Ohne Beseitigung der Feuchtequelle kehrt der Befall zurück.
Wenn Sie unsicher sind, welche Ursache vorliegt, lesen Sie weiter im Ratgeber Feuchtigkeitsgutachten oder stellen Sie eine Anfrage. Fotos der feuchten Stellen helfen dem Betrieb bei der ersten Einschätzung.
Weiterlesen
Häufige Fragen
Soll ich den Keller im Sommer lüften?
Nur, wenn die Außenluft kühler ist als die Kellerluft, in der Regel nachts und am frühen Morgen. Tagsüber sollten Fenster und Türen im Sommer geschlossen bleiben. Eine taupunktgesteuerte Lüftung übernimmt das automatisch.
Sind weiße Ausblühungen an der Wand Schimmel?
Meist nicht. Weiße, kristalline und bröselige Beläge sind in der Regel Salze, die mit aufsteigender Feuchte an die Oberfläche wandern. Schimmel ist eher flaumig und oft grau, grün oder schwarz. Im Zweifel sollte ein Fachbetrieb eine Probe nehmen.
Kann ein feuchter Keller die Wohnräume beeinflussen?
Ja. Aufsteigende Feuchte kann bis ins Erdgeschoss reichen, feuchte Kellerluft kann über Treppenhaus und Schächte nach oben ziehen. Auch Radon aus dem Baugrund gelangt über undichte Bauteile im Keller ins Haus.
Hilft Streusalz oder Kalk gegen die Feuchte?
Nein. Salz zieht Feuchtigkeit an und schadet dem Mauerwerk zusätzlich. Kalkanstriche können die Optik kurzzeitig verbessern, beheben aber die Ursache nicht.