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Horizontalsperre gegen aufsteigende Feuchte

Viele Keller in Häusern aus der Gründerzeit und der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben keine wirksame Sperre gegen aufsteigende Feuchte. Eine nachträgliche Horizontalsperre schließt diese Lücke.

Stand 26.09.2026 · Redaktion Heimatprofi · verantwortlich: Serghei Nebesnii

Kurz beantwortet

Eine Horizontalsperre unterbricht den kapillaren Aufstieg von Wasser im Mauerwerk. Nachträglich wird sie per Injektion in Bohrlöcher, per Mauersägeverfahren oder mit eingetriebenen Edelstahlblechen eingebaut. Kostenportale nennen für Injektionen etwa 100–300 € je laufendem Meter, für mechanische Verfahren etwa 200–240 €. Ohne Feuchteanalyse ist die Wahl des Verfahrens Glückssache.

Woran erkenne ich aufsteigende Feuchte?

Typisch ist ein waagerechter Feuchterand im unteren Wandbereich, oft mit weißen Salzausblühungen, abplatzendem Putz und muffigem Geruch. Die Feuchte ist über das Jahr relativ gleichmäßig und hängt weniger vom Regen ab.

Ältere Gebäude haben häufig keine oder eine zersetzte Horizontalsperre. Früher wurden Bleibahnen, Teerpappen, Glasplatten oder dichte Natursteine eingesetzt. Einige dieser Materialien zersetzen sich unter dem Einfluss von Salzen und Säuren im Laufe der Zeit. Sicherheit bringt nur eine Messung der Feuchteverteilung über die Wandhöhe, wie sie der Ratgeber Feuchtigkeitsgutachten beschreibt.

Welche Verfahren für eine Horizontalsperre gibt es?

Verfahren der nachträglichen Horizontalsperre
VerfahrenSo funktioniert esGeeignet für
InjektionIn eine Bohrlochreihe wird ein Mittel auf Silan-, Siloxan- oder Paraffinbasis eingebracht, das die Kapillaren verschließt oder wasserabweisend macht.Die meisten Mauerwerksarten, auch wenn nur von innen gearbeitet werden kann
MauersägeverfahrenDie Wand wird abschnittsweise in einer Fuge aufgesägt, eine Sperrbahn eingelegt und der Schnitt kraftschlüssig verkeilt.Mauerwerk mit durchgehenden Lagerfugen, wenn die Statik es zulässt
EdelstahlblecheGewellte Chromstahlbleche werden in eine Lagerfuge eingetrieben.Mauerwerk mit durchgehender, waagerechter Fuge
MauerwerksaustauschDie Wand wird abschnittsweise ausgebrochen und mit Sperrschicht neu gemauert.Stark geschädigte Wände, aufwendig

Nach Wikipedia: Horizontalsperre, abgerufen 09/2026.

Bei sehr nassem Mauerwerk kann vor der Injektion eine Vortrocknung, zum Beispiel mit Heizstäben, nötig sein, damit das Mittel ausreichend eindringt.

Was kostet eine Horizontalsperre je Meter?

Kostenportale nennen für eine Injektions-Horizontalsperre etwa 100–300 € je laufendem Meter Wand. Die Bausparkasse Schwäbisch Hall gibt für Mauersägeverfahren oder Injektion 200–240 € je laufendem Meter an. Bei 36 Metern Kellerwand ergeben sich so rund 3.600–10.800 €.

Die Spanne hängt von Wanddicke, Mauerwerksart, Durchfeuchtungsgrad und Zugänglichkeit ab. Dazu kommen fast immer das Abschlagen des alten Putzes und ein Sanierputz. Eine Gesamtrechnung finden Sie unter Kosten.

Wie seriös sind elektrische Verfahren zur Mauerentfeuchtung?

Elektrophysikalische Verfahren wie die Elektroosmose werden seit Jahrzehnten angeboten. Nach dem Stand der Fachliteratur gibt es kein Verfahren dieser Art, das sich langfristig bewährt hat. Verlangen Sie belastbare Nachweise, bevor Sie sich dafür entscheiden.

Das gilt besonders für kleine Kästen ohne Eingriff ins Mauerwerk, die per Funk oder Magnetfeld wirken sollen. Seriöse Betriebe erklären, auf welchem Wirkprinzip ihr Verfahren beruht und wie der Erfolg über Feuchtemessungen vorher und nachher überprüft wird.

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Häufige Fragen

Wie lange hält eine Horizontalsperre?

Mechanische Sperren wie eingelegte Bahnen oder Edelstahlbleche wirken dauerhaft, solange die Wand intakt bleibt. Bei Injektionen hängt die Haltbarkeit vom Mittel, vom Durchfeuchtungsgrad und von der Ausführung ab. Lassen Sie sich Angaben des Herstellers und die Gewährleistung schriftlich geben.

Ist der Keller nach der Injektion sofort trocken?

Nein. Die Sperre stoppt nur den Nachschub von unten. Das Wasser, das bereits in der Wand steckt, muss erst austrocknen. Das dauert je nach Wanddicke und Lüftung Monate. Ein Sanierputz unterstützt die Trocknung und nimmt Salze auf.

Brauche ich zusätzlich eine Abdichtung der Wandflächen?

Meist ja. Die Horizontalsperre wirkt gegen Feuchte von unten, nicht gegen Wasser, das seitlich aus dem Erdreich in die Kellerwand drückt. In erdberührten Kellerwänden wird sie deshalb häufig mit einer Außen- oder Innenabdichtung kombiniert.

Kann die Horizontalsperre auch von innen eingebaut werden?

Ja. Injektionen werden häufig von der Raumseite aus gebohrt, Erdarbeiten sind dafür nicht nötig. Mechanische Verfahren brauchen Platz für die Säge und eine Wand mit durchgehender Fuge.

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