Was ist Radon und warum ist es gefährlich?
Radon entsteht beim Zerfall von Uran im Gestein und Boden. Es ist unsichtbar und geruchlos. Das Bundesamt für Strahlenschutz nennt Radon nach dem Rauchen eine der wichtigsten Ursachen für Lungenkrebs, rund 6 % der Lungenkrebstodesfälle werden Radon in Gebäuden zugeschrieben.
Im Freien verdünnt sich das Gas schnell. In Gebäuden kann es sich anreichern, besonders in Kellern und Erdgeschossräumen mit Bodenkontakt. Radon wird über Poren, Spalten und Risse aus Böden und Gesteinen freigesetzt und gelangt über undichte Bodenplatten, Wand-Boden-Fugen und Rohrdurchführungen ins Haus.

Welche Gemeinden in Sachsen sind Radonvorsorgegebiet?
Das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie hat per Allgemeinverfügung 107 Gemeinden in fünf Landkreisen festgelegt: 49 im Erzgebirgskreis, 21 im Vogtlandkreis, 19 in Mittelsachsen, 12 im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und 6 im Landkreis Zwickau. Die Festlegung gilt seit dem 31. Dezember 2020.
| Landkreis | Beispiele festgelegter Gemeinden | Unser Standort |
|---|---|---|
| Mittelsachsen | Freiberg, Brand-Erbisdorf, Halsbrücke, Oederan, Flöha, Augustusburg | Freiberg ist selbst Vorsorgegebiet |
| Erzgebirgskreis | Burkhardtsdorf, Gornau, Thalheim, Zschopau, Stollberg, Aue-Bad Schlema | Chemnitz selbst nicht, aber das südliche Umland |
| Landkreis Zwickau | Wilkau-Haßlau, Kirchberg, Hirschfeld, Crinitzberg, Langenweißbach, Hartmannsdorf b. Kirchberg | Zwickau selbst nicht, aber südliche Nachbarorte |
| Vogtlandkreis | Treuen, Auerbach, Falkenstein, Theuma, Werda, Adorf, Bad Elster, Markneukirchen | Plauen selbst nicht, aber viele Umlandgemeinden |
| Sächsische Schweiz-Osterzgebirge | Bad Gottleuba-Berggießhübel, Dippoldiswalde, Freital, Glashütte, Altenberg, Liebstadt | Pirna selbst nicht, aber Nachbargemeinden |
Quelle: Freistaat Sachsen, Tabelle der als Radonvorsorgegebiet festgelegten Gemeinden, abgerufen 09/2026. In den Landkreisen Meißen, Bautzen und Görlitz ist keine Gemeinde festgelegt. Brandenburg hat keine Radonvorsorgegebiete ausgewiesen.
Die Festlegung muss nach dem Strahlenschutzgesetz spätestens alle zehn Jahre überprüft werden. Sachsen sammelt dafür laufend Messdaten. Auch außerhalb der Vorsorgegebiete können einzelne Häuser erhöhte Werte haben. Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt deshalb freiwillige Messungen, besonders in der Nähe von Vorsorgegebieten.
Was gilt in einem Radonvorsorgegebiet für Hauseigentümer?
Für Neubauten mit Aufenthaltsräumen gelten in Vorsorgegebieten zusätzliche Anforderungen an den Radonschutz. An Arbeitsplätzen in Keller und Erdgeschoss ist eine Messung Pflicht. Für bestehende Wohnhäuser gibt es keine Messpflicht, bei größeren Sanierungen sollen Radonschutzmaßnahmen aber mitgedacht werden.
- Neubau überall: Nach § 123 Strahlenschutzgesetz muss der Zutritt von Radon aus dem Baugrund verhindert oder erheblich erschwert werden. Das gilt als erfüllt, wenn der Feuchteschutz nach den anerkannten Regeln der Technik ausgeführt wird.
- Neubau im Vorsorgegebiet: Zusätzliche Maßnahmen nach der Strahlenschutzverordnung.
- Arbeitsplätze im Vorsorgegebiet: Messpflicht in Keller- und Erdgeschossräumen.
- Bestand: Bei Renovierungen, die den Luftwechsel deutlich senken, etwa durch neue Fenster, sollen Radonschutzmaßnahmen erwogen werden.
Wie messe ich Radon im Keller?
Radon wird mit kleinen passiven Messgeräten, sogenannten Exposimetern, gemessen. Sie bleiben drei bis zwölf Monate liegen und werden dann im Labor ausgewertet. Ideal ist ein ganzes Jahr. Ein Gerät kostet bei anerkannten Stellen etwa 30–50 € inklusive Auswertung.
Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt ein Gerät im Keller und weitere in Räumen, in denen Sie sich viel aufhalten. Die Geräte sollten 10–20 cm von der Wand entfernt stehen, nicht an Heizkörpern oder Fenstern. Eine reine Sommermessung unterschätzt die Belastung, eine reine Wintermessung überschätzt sie.
Kostenfrei messen in Sachsen
Der Freistaat Sachsen bietet Messprogramme mit kostenfreien Exposimetern, unter anderem für vollunterkellerte Massivhäuser sowie gezielt für Gemeinden im Bereich des Meißner Massivs und in Mittelsachsen. Die Plätze sind begrenzt, ein Anspruch besteht nicht. Ansprechpartner ist die Radonberatungsstelle des Freistaats in Chemnitz.
Was hilft gegen Radon im Keller?
Wirksam sind eine dichte Bodenplatte, abgedichtete Wand-Boden-Fugen und Leitungsdurchführungen, eine dicht schließende Kellertür zum Wohnbereich und gezieltes Lüften. Bei hohen Werten kommen Radonbrunnen oder eine Absaugung unter der Bodenplatte in Frage.
Viele Maßnahmen gegen Feuchte helfen auch gegen Radon, weil beide über dieselben Wege eindringen. Wer ohnehin eine Abdichtung von innen oder eine Sanierung des Kellerbodens plant, sollte Radon im selben Zug berücksichtigen. Die Sächsische Energieagentur SAENA bietet dazu eine kostenfreie baufachliche Radonberatung an.
Die Radonberatungsstelle weist darauf hin, dass sie keine Gutachten oder Planungen erstellt. Für die Umsetzung brauchen Sie einen Fachbetrieb. Stellen Sie eine Anfrage und geben Sie an, ob bereits Messwerte vorliegen.
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Häufige Fragen
Liegt mein Haus in einem Radonvorsorgegebiet?
Maßgeblich ist die Gemeinde. Die Liste und eine Karte veröffentlicht das Strahlenschutzportal des Freistaats Sachsen. In Brandenburg gibt es keine Vorsorgegebiete. Auch außerhalb können einzelne Häuser erhöhte Werte haben, deshalb ist eine Messung die einzige sichere Auskunft.
Muss ich als Eigentümer eines bestehenden Hauses Radon messen?
Nein, für private Wohnhäuser im Bestand gibt es keine Messpflicht, auch nicht im Vorsorgegebiet. Eine Messpflicht gilt für Arbeitsplätze in Keller- und Erdgeschossräumen in Vorsorgegebieten. Eine freiwillige Messung wird empfohlen.
Was bedeutet der Referenzwert von 300 Bq/m³?
Er ist kein Grenzwert, sondern ein Maßstab für die Angemessenheit von Schutzmaßnahmen. Wird er im Jahresmittel überschritten, sollten Sie handeln. Unterhalb gilt: je niedriger, desto besser.
Hilft eine normale Kellerabdichtung gegen Radon?
Sie hilft, wenn sie auch Boden, Fugen und Durchdringungen luftdicht schließt. Eine reine Wandbeschichtung gegen Feuchte reicht oft nicht, weil Radon besonders über den Boden eindringt. Lassen Sie den Radonschutz im Angebot ausdrücklich benennen.
Gibt es Radonberatung in Sachsen?
Ja. Die Radonberatungsstelle des Freistaats mit Sitz in Chemnitz berät kostenfrei zu Radon, Messung und Schutz. Die SAENA berät kostenfrei baufachlich zu Radonschutzmaßnahmen im Neubau und Bestand.