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Keller von innen abdichten

Wenn außen nicht gegraben werden kann, wird der Keller von der Raumseite abgedichtet. Das ist günstiger, hat aber klare Grenzen.

Stand 26.09.2026 · Redaktion Heimatprofi · verantwortlich: Serghei Nebesnii

Kurz beantwortet

Bei der Innenabdichtung wird die Kellerwand raumseitig mit mineralischen Dichtschlämmen, Sperrputzen oder Injektionen gegen eindringende Feuchte geschützt. Das kostet laut Kostenportalen etwa 80–200 € je m² Wandfläche und kommt ohne Erdarbeiten aus. Das Mauerwerk selbst bleibt dabei feucht, deshalb eignet sich das Verfahren nicht für jede Nutzung.

Wann ist eine Innenabdichtung die richtige Wahl?

Eine Innenabdichtung kommt in Frage, wenn die Außenwand nicht zugänglich ist, etwa bei Reihenhäusern, Anbauten oder überbauten Grundstücksgrenzen, oder wenn das Budget für eine Außenabdichtung nicht reicht.

  • Der Keller grenzt an Nachbarhäuser, Garagen oder eine Terrasse, die nicht abgerissen werden soll.
  • Die Feuchte kommt als Bodenfeuchte oder nicht drückendes Sickerwasser an.
  • Der Keller wird als Lager, Technik- oder Hobbyraum genutzt, nicht als Wohnraum mit hohen Ansprüchen.
  • Die Kosten für Erdarbeiten stehen in keinem Verhältnis zum Nutzen.

Bei stark salzbelastetem Mauerwerk oder drückendem Grundwasser sind die Anforderungen deutlich höher. Hier muss der Betrieb erklären, wie das System dem Wasserdruck standhält und wie die Anschlüsse an Boden und Durchdringungen gelöst werden.

Welche Verfahren gibt es für die Abdichtung von innen?

  • Mineralische Dichtschlämmen: Werden in mehreren Lagen auf die vorbereitete Wand aufgetragen und bilden eine wasserundurchlässige Schicht.
  • Sperrputz und Sanierputz: Sperrputz dichtet ab, Sanierputz nimmt Salze auf und lässt Feuchtigkeit verdunsten. Häufig werden beide kombiniert.
  • Flächeninjektion (Schleierinjektion): Ein Gel oder Harz wird durch Bohrlöcher hinter die Wand gepresst und bildet dort eine abdichtende Schicht.
  • Abdichtung der Wand-Boden-Fuge: Hier dringt Wasser besonders häufig ein. Eine Hohlkehle und eine sorgfältige Einbindung in die Bodenabdichtung sind entscheidend.

Zu fast jeder Innenabdichtung im Altbau gehört eine Lösung gegen aufsteigende Feuchte. Ohne Horizontalsperre steigt das Wasser hinter der Abdichtung weiter nach oben und tritt oberhalb wieder aus.

Was kostet eine Innenabdichtung im Keller?

Kostenportale nennen für die Innenabdichtung etwa 80–200 € je m² Wandfläche. Dazu kommen häufig Sanierputz mit etwa 75–101 € je m² und eine Horizontalsperre mit etwa 100–300 € je laufendem Meter.

Preistreiber sind der Aufwand für das Entfernen alter Putze, der Salzgehalt, viele Leitungsdurchführungen und Ecken sowie die Frage, ob auch der Boden abgedichtet werden muss. Eine Beispielrechnung finden Sie auf der Seite Kosten.

Welche Nachteile hat die Innenabdichtung?

Das Mauerwerk bleibt hinter der Abdichtung feucht, weil das Wasser von außen weiter ansteht. Bei Frost, Salzen und dauerhafter Durchfeuchtung kann das die Substanz langfristig belasten. Zudem wird die Wand innen kühler und nicht wärmer.

Soll der Keller beheizt und als Wohnraum genutzt werden, reicht eine Innenabdichtung allein oft nicht. Dann müssen Abdichtung, Dämmung und Lüftung zusammen geplant werden, damit kein Kondenswasser hinter Verkleidungen entsteht. Bei Schimmel über einer Fläche von etwa einem halben Quadratmeter empfiehlt das Umweltbundesamt, einen Fachbetrieb einzubeziehen.

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Häufige Fragen

Hält eine Innenabdichtung auch bei Grundwasser?

Es gibt Systeme, die für drückendes Wasser ausgelegt sind. Sie sind aber aufwendiger und müssen zur konkreten Belastung passen. Lassen Sie sich im Angebot schriftlich geben, für welche Wassereinwirkung das System geeignet ist.

Reicht ein Sperranstrich aus dem Baumarkt?

Bei Kondenswasser oder leichter Oberflächenfeuchte kann ein Anstrich kurzfristig helfen. Gegen seitlich eindringendes Wasser oder aufsteigende Feuchte hält er meist nicht dauerhaft, weil Salze und Wasserdruck ihn von hinten ablösen.

Kann ich nach der Innenabdichtung sofort tapezieren?

Nein. Der Betrieb nennt Trocknungszeiten für Dichtschlämmen und Putze. Tapeten, Dispersionsfarben oder Verkleidungen können Feuchte einschließen. Sanierputze werden meist nur mit diffusionsoffenen Anstrichen versehen.

Muss ich den Keller für die Arbeiten ausräumen?

Ja, die Wände müssen frei zugänglich sein, meist mit etwa einem Meter Abstand. Technik wie Heizung oder Zähler bleibt stehen, dort arbeitet der Betrieb mit mehr Aufwand um die Anlagen herum.

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