In welchen Schritten wird ein Keller trockengelegt?
- Ursache klären
Feuchtemessung über die Wandhöhe, gegebenenfalls Laboranalyse von Feuchte und Salzen. So wird klar, ob seitliche, aufsteigende oder Kondensfeuchte vorliegt.
- Quelle stoppen
Abdichtung von außen oder innen, Horizontalsperre, Reparatur von Dachrinnen, Fallrohren oder Leitungen, gegebenenfalls Rückstausicherung.
- Alten Putz entfernen
Salzbelasteter Putz wird deutlich über die sichtbare Feuchtegrenze hinaus abgeschlagen, damit Salze nicht wieder durchschlagen.
- Trocknen
Das Mauerwerk trocknet natürlich oder technisch unterstützt. Bei dicken Wänden dauert das mehrere Monate.
- Sanierputz
Ein Sanierputzsystem lagert Salze ein und lässt Feuchtigkeit verdunsten. Es wird nur diffusionsoffen gestrichen.
- Richtig lüften
Im Sommer nur in kühlen Nachtstunden lüften oder eine taupunktgesteuerte Lüftung einbauen.
Der Ratgeber Ablauf einer Kellersanierung erklärt, wie Sie Angebote vergleichen und welche Zeiträume realistisch sind.
Reicht es, einen Luftentfeuchter aufzustellen?
Ein Luftentfeuchter senkt die Luftfeuchte im Raum und hilft bei Kondenswasser oder nach Wasserschäden. Gegen Wasser, das dauerhaft aus dem Erdreich oder von unten ins Mauerwerk dringt, behandelt er nur die Folgen.
Im Sommer entsteht in ungedämmten Kellern oft Kondenswasser, weil warme Außenluft an den kalten Wänden unter den Taupunkt abkühlt. Dann zeigt das Hygrometer nahezu 100 % relative Luftfeuchte, obwohl die Wand dicht ist. Hier helfen Lüften in kühlen Nachtstunden, eine taupunktgesteuerte Lüftung oder zeitweise ein Entfeuchter. Eine Abdichtung wäre in diesem Fall rausgeworfenes Geld.
Was kostet es, einen Keller trockenzulegen?
Die Kosten hängen stark von der Ursache ab. Eine Horizontalsperre mit Sanierputz liegt in unserer Beispielrechnung für einen Altbaukeller bei etwa 12.600–22.300 €, eine Außenabdichtung rundum bei 20.000–40.000 €. Für eine umfassende Kellersanierung nennt Schwäbisch Hall mindestens 15.000 €.
Wie diese Summen zustande kommen, zeigen die Beispielrechnungen auf der Seite Kosten. Eine Laboranalyse für 600–1.000 € vorab lohnt sich, wenn die Ursache nicht eindeutig ist. Sie verhindert, dass Geld in das falsche Verfahren fließt.
Wie lange dauert es, bis ein Keller trocken ist?
Die Arbeiten selbst dauern meist wenige Tage bis einige Wochen. Bis das Mauerwerk nach einer Abdichtung oder Horizontalsperre ausgetrocknet ist, vergehen oft mehrere Monate, bei dicken Bruchsteinwänden auch länger.
Planen Sie die Nutzung entsprechend. Hochwertige Böden, Möbel direkt an der Wand oder Verkleidungen sollten erst folgen, wenn Kontrollmessungen eine ausreichende Trocknung zeigen. Fragen Sie den Betrieb, ob eine Nachmessung im Angebot enthalten ist.
Weiterlesen
Häufige Fragen
Muss ich Schimmel im Keller selbst entfernen?
Kleinen, oberflächlichen Befall unter etwa einem halben Quadratmeter können Sie nach Empfehlung des Umweltbundesamts selbst beseitigen. Bei größerem Befall sollte ein Fachbetrieb die Sanierung übernehmen. Ohne Beseitigung der Feuchtequelle kommt der Schimmel wieder.
Wann ist der beste Zeitpunkt für die Trockenlegung?
Arbeiten innen sind ganzjährig möglich. Außenabdichtungen legen Betriebe gern in die frostfreien Monate. Für die Diagnose ist es hilfreich, wenn Sie die Feuchte über mehrere Jahreszeiten beobachtet haben, etwa mit Fotos und einem Hygrometer.
Hilft eine Heizung im Keller beim Trocknen?
Moderates Heizen im Winter kann die Trocknung unterstützen. Im Sommer ist Lüften zur falschen Tageszeit der häufigste Fehler. Dauerhaftes Heizen ersetzt aber keine Abdichtung, wenn Wasser von außen nachläuft.
Was gehört in ein gutes Angebot?
Ursachenbeschreibung, Verfahren mit Materialangaben, Mengen in Metern und Quadratmetern, Putzarbeiten, Entsorgung, Trocknungszeiten und die Frage, ob eine Nachmessung enthalten ist. Pauschalangebote ohne Mengen lassen sich schlecht vergleichen.